22.03.2012 PDF

Zur Kritik der Ideologie und Praxis der Roten Khmer

„Wenn wir Reis haben, können wir alles haben“ 1

 

1. Die Roten Khmer sind heute ein Synonym fĂŒr den Terror „des“ Kommunismus geworden. Wo immer jemand heute fĂŒr eine andere Gesellschaft plĂ€diert, ist neben Stasi &Mauer, Stalin & Gulag auch Pol Pot und sein angeblicher „Steinzeitkommunismus“ als Gegen“argument“ im Gebrauch, das zeigen soll, was passiert, wenn Leute radikale GesellschaftsverĂ€nderung anstreben. Das „Demokratische Kampuchea“2 scheint wie gemacht dafĂŒr: Eine Gruppe von linken Studenten, die in Paris den Marxismus (bzw. was man damals so dafĂŒr hielt) kennen lernen, spĂ€ter in die KP eintreten, in ihr Heimatland heimkehren, dort nach einigen Reformversuchen in den Untergrund gehen, mit einer Guerilla-Armee die Macht erobern, und dann eine Terrorherrschaft aufrichten: Alle StĂ€dter werden aufs Land vertrieben, das Geld wird abgeschafft, gefolgt vom Verbot des Privateigentums, Verpflichtung zur einheitlichen Kleidung, der Bildung von Volkskommunen mit gemeinsamen Essen, Arbeiten und Wohnen. So hat sich der bĂŒrgerliche Alltagsverstand schon immer den Kommunismus ausgemalt, entsprechend groß ist die Empörung, entsprechend gering, das Interesse daran, zu klĂ€ren, warum die Roten Khmer denn nun gemacht haben, was sie taten.

 

2. Und damit da keine MissverstĂ€ndnisse aufkommen: Es gibt keinen Zweifel daran, dass die Kommunistische Partei Kampucheas Millionen von Menschen auf dem Gewissen hat, sei es durch Erschießungen und Massenhinrichtungen mit Hacke und Stab, durch Folter und durch die Hungersnöte, die sie herbeifĂŒhrte. Auch klar ist, dass die Roten Khmer ein Leben in Volkskommunen durchsetzten, das mit einer „freien Assoziation freier Produzenten“ nichts zu tun, mit einem Arbeitslager mit Einheitskleidung, MangelernĂ€hrung und wechselseitiger Kontrolle, EinschrĂ€nkung und Bespitzelung hingegen verteufelt viel Ähnlichkeit hat. Und so ziemlich das Gegenteil von dem ist, was mensch sich so fĂŒr die eigene Zukunft wĂŒnscht.

 

3. Darum ist es auch von mehr als akademisch-historischem Interesse, sich zu erklĂ€ren, warum die Roten Khmer ihr Regime so eingerichtet haben. DafĂŒr ist es nötig, sachlich zu prĂŒfen, was die Bedingungen waren, unter denen Pol Pot und seine Schergen agierten, was ihre Ziele, was ihre Mittel – und was ihr SelbstverstĂ€ndnis, was ihre Ängste, wer ihre realen oder imaginierten Gegner und VerbĂŒndeten waren. Dabei gibt es mehrere Probleme: Die Roten Khmer hinterließen nur wenig Schriftliches, vieles gibt es nur als Erinnerung von FlĂŒchtlingen, als vom US-Geheimdienst abgehörten und ĂŒbersetzten Radioberichten und aus ein paar Dokumenten, die aus dem Khmer ins Französische, manchmal vom Französischen dann noch ins Englische und am schlimmsten dann noch vom Englischen ins Deutsche ĂŒbersetzt wurden. Und zwar von ausgewiesenen Gegnern der Roten Khmer, die zudem zumeist ganz falsche Theorien ĂŒber der Kommunistischen Partei Kampucheas (KPK) hatten und mit dieser Brille auch die Dokumente lasen und ĂŒbersetzten. Auch die chinesischen, vietnamesischen und nordkoreanischen Archive sind nicht zugĂ€nglich; VerbĂŒndete wie Gegner geben sich recht wortkarg – sie werden schon wissen, warum. Die Kader der Roten Khmer haben, solange sie an der Macht waren, versucht ihre Praxis zu verschleiern, nachdem sie von den Vietnamesen vertrieben wurden, haben sie schlichtweg gelogen („Alles Agenten Vietnams“) – und ihre Aussagen vor Gericht sind nun ja auch Quellen, die einiges mit den Interessen an Freispruch, mildem Urteil usw. zu tun haben dĂŒrften. Diese grundsĂ€tzlichen Quellenkritik heißt erst mal nur eins: Dass eine gewisse Vorsicht gegenĂŒber dem genauen Wortlaut angesagt ist und mögliche WidersprĂŒche auch auf interessierte Lesarten, Übersetzungsfehler, Übersetzungsungenauigkeiten hin zu untersuchen sind.

 

4. Um den Sieg der Roten Khmer 1975 besser zu verstehen, mag ein kurzer Abriss der kambodschanischen Geschichte hilfreich sein. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten marxistisch-leninistische Guerillatruppen in Indochina, v.a. in Vietnam, der französischen Kolonialmacht eine vernichtende Niederlage zugefĂŒgt. Zusammen mit Nord- und SĂŒd-Vietnam und Laos wurde auch Kambodscha - unter einem von Frankreich eingesetzten König - in die UnabhĂ€ngigkeit entlassen. Jener König namens Sihanouk bestimmte zwischen 1953 bis 1970 die Politik Kambodschas, auch in der Zeit, in der er kurz Thronverzicht ĂŒbte. Seine Politik nannte sich „buddhistischer Sozialismus“ – und die Verbindung der Vorstellung von irgendeiner Sorte Gemeinwirtschaft mit einem religiösen Ideal, das im Regelfall auf Entsagung und BedĂŒrfnislosigkeit setzt, deutet es schon an: Dieser „Volkssozialismus“3 hatte mit dem Wohlergehen der Leute und einer halbwegs vernĂŒnftigen BedĂŒrfnisbefriedigung aller nicht allzu viel zu tun. Über 90 % der Bevölkerung arbeitete in der Landwirtschaft, die bis auf den Tribut an den König auf Subsistenz ausgerichtet war, die Lebensbedingungen waren dĂŒrftig und bei schlechten Ernten waren Hungersnöte hĂ€ufig. KunstdĂŒnger war kaum verbreitet, technische Hilfsmittel selten eingesetzt. Industrieproduktion wurde in erster Linie durch auslĂ€ndische Entwicklungshilfe angeschoben und am Export ausgerichtet, der geringe Außenhandel war staatlich kontrolliert und die Banken verstaatlicht. Die Außenpolitik orientierte sich an freundschaftlichen Kontakten mit Frankreich, Japan, der UdSSR und der VR China und versuchte sowohl die Blockkonfrontation, als auch den sino-sowjetischen Streit fĂŒr sich auszunutzen – durch NeutralitĂ€t möglichst viel nationale UnabhĂ€ngigkeit. Das Sihanouk-Regime hatte sogar versucht, sich aus dem sich zuspitzenden Vietnamkrieg herauszuhalten. Es duldete allerdings, dass die kommunistischen Vietcong ĂŒber kambodschanisches Gebiet ihre Genossen in SĂŒdvietnam versorgten.

 

5. Die Kader der Roten Khmer waren hĂ€ufig Studenten, die die Sihanouk-Regierung in den 1950er Jahren nach Paris zum Studieren geschickt hatte und die dort - nicht ganz im Sinn des königlichen Stipendiengebers - mit der Kommunistischen Partei Frankreichs in Kontakt kamen. Ebenso wie die wenigen ĂŒbrig gebliebenen Kader der Kommunistischen Partei Indochinas waren diese Studenten vor allem eins: GlĂŒhende Liebhaber ihres Vaterlandes, aber ziemlich unzufrieden mit den sozialen, ökonomischen und politischen ZustĂ€nden und AbhĂ€ngigkeiten ihrer Nation. Von den gewöhnlichen Wald-und-Wiesen-Patrioten unterschieden sie sich dadurch, dass sie mit „dem Marxismus“ in BerĂŒhrung kamen. Das hieß damals fĂŒr die meisten, dass die Geschichte eine Geschichte von KlassenkĂ€mpfen sei, die Kapitalisten - böse! - objektiv abgewirtschaftet hĂ€tten und die Arbeiter - gut! - ĂŒber kurz oder lang mittels der Kommunistischen Partei den ganzen Laden ĂŒbernehmen wĂŒrden Sehr viel mehr als den Hinweis, dass es auch in ihren LĂ€ndern Klassen und KlassenkĂ€mpfe gĂ€be, haben die spĂ€teren Roten Khmer – und alle möglichen anderen Intellektuellen aus den damals unabhĂ€ngig gewordenen oder gerade werdenden LĂ€ndern – dem Werk von Marx wohl nicht entnommen. Aber selbst mit dieser nicht gerade tief schĂŒrfenden Einsicht hĂ€tte mensch ja was machen können, z.B. mit Rosa Luxemburg annehmen können, auch im eigenen Land sei der Nationalismus nur „ein Ausdruck der aufstrebenden eingeborenen Bourgeoisie, die nach selbstĂ€ndiger Ausbeutung des Landes fĂŒr eigene Rechnung strebt“4. Statt dessen beruhigten sich die jungen unzufriedenen Nationalisten noch nicht mal mit Lenins These, jeder Antiimperialismus sei mittlerweile in letzter Instanz objektiv fortschrittlich, weil er das Gesamtsystem schwĂ€che.5 Richtig umgekehrt zu Lenins instrumenteller EinschĂ€tzung (Befreiungsnationalismus gut fĂŒr Sozialismus) entdeckten sie im Sozialismus die ErfĂŒllung aller Hoffnungen wahrhafter Patrioten und machten sich auf, die gesellschaftlichen Klassen in ihrer Heimat danach zu durchleuchten, ob sie fĂŒr den nationalen Reichtum nĂŒtzlich seien oder gar GeschĂ€fte mit dem bösen, kapitalistischen Ausland machen wĂŒrden. Als radikale Idealisten ihres Nationalstaates waren sie insoweit jederzeit bereit, jeden „wahrhaftigen Patrioten“ als VerbĂŒndeten zu sehen; kein Wunder, dass Anfang der 1960er Jahre drei Kommunisten kurzfristig sogar königliche Minister wurden. Das hĂ€tte gut gehen können, denn die Roten Khmer hatten nicht nur einen ziemlich un-klassenkĂ€mpferischen Stolz auf die alte Khmer-Kultur von Angkor Wat, sondern waren sich auch mit dem Sihanouk-Regime ganz einig, dass das Ausland Kambodscha ausnĂŒtze und ausbeute und darum ganz viel nationale UnabhĂ€ngigkeit gut sei, weil in der Geschichte alles Schlechte und Böse aus dem Ausland gekommen sei und die Nachbarn Vietnam und Thailand auch schon in grauer Vorzeit versucht hĂ€tten, das großartige Khmer-Volk zu versklaven6. Nur: Das ging nicht gut. Denn fĂŒr einen ordentlichen Patrioten sind Leute, die Klasseninteressen im nationalen Volksganzen entdecken und gar meinen, die Unteren der Nation hĂ€tten irgendwie Grund sich gegen die von oben gesetzten Zumutungen zu wehren, von vornherein verdĂ€chtig, gar keine „Patrioten“, sondern „UmstĂŒrzler“ zu sein. Und darum wurden Mitte/Anfang der 1960er Jahre die Kommunisten Kambodschas verfolgt, ihre Kader ebenso wie angebliche Sympathisant_innen gefoltert und ermordet. Die KPK mussten sich in die Ă€rmsten und am weitesten von Phnom Penh entfernten Bergregionen zurĂŒckziehen. Auf Hilfe von ihren sowjetischen, chinesischen oder vietnamesischen Genoss_innen konnten sie indes nicht hoffen – denn die waren Sihanouk ziemlich dankbar dafĂŒr, dass er ihnen im Vietnam-Krieg nicht in den RĂŒcken fiel und wollten ihn nicht dadurch vergraulen, dass sie nun eine kommunistische Guerillatruppe gegen ihn unterstĂŒtzten. Das bestĂ€rkte die KPK in ihrer Überzeugung, dass vom Ausland, egal ob kapitalistisch oder sozialistisch, nichts Gutes zu erwarten sei. Die Leute, die sich in dieser Gegend von der KPK anwerben ließen, waren im Regelfall verzweifelt, wĂŒtend und unterernĂ€hrt und hatten auch sonst wenig zu verlieren.

 

6. Als die USA beschlossen, auch kambodschanisches Gebiet zu bombardieren – eine der vielen brutalen Geheimaktionen der Nixon-Administration – brach das Sihanouk-Regime die Beziehungen mit den USA ab und intensivierte andererseits die Verfolgung der Roten Khmer, die nach langen Jahren relativer Bedeutungslosigkeit immer mehr Zulauf erhielten. Das hielten einige rechte MilitĂ€rs, die sich Sorgen ĂŒber eine kommunistische MachtĂŒbernahme machten, nicht fĂŒr eine kohĂ€rente Strategie – und putschten 1970, als der König gerade auf Staatsbesuch in der UdSSR war. Plötzlich war Kambodscha eine Republik unter FĂŒhrung des Generals Lon Nol. Dieses „republikanische“ Regime arbeitete eng mit den USA zusammen, erlaubte die Bombardierung kambodschanischen Gebiets und bat sogar um militĂ€rische Hilfe bei der BekĂ€mpfung der kommunistischen Guerilla, zu deren Erfolg der immer rĂŒcksichtsloser werdende Krieg gegen die eigene Bevölkerung und die hohe Zahl an Bombentoten durch US-Bombardement (200.000 bis 700.000 oder mehr – das lĂ€sst sich nicht mehr feststellen7) beitrugen. In dieser Situation ließ sich 1973 König Sihanouk von der VR China breitschlagen, die FĂŒhrung des „Demokratischen Kampuchea“ zu ĂŒbernehmen – deren HaupttrĂ€ger die Roten Khmer waren. Gegen diese lustige Koalition hatte das gleichermaßen korrupt-ineffiziente wie brutale Regime Lon Nols keine Chance, v.a. als die USA Mitte der 1970 Jahre beschlossen, ihre Machtdemonstration in Indochina nicht mehr nötig zu haben und das sĂŒdvietnamesische wie das kambodschanische Regime aufzugeben. Am 18. April 1975 zogen die siegreichen Roten Khmer in Phnom Penh ein.

 

7. Die erste Amtshandlung der neuen Machthaber – die sich zunĂ€chst nur „Angkar“ (ĂŒbersetzt in etwa: Organisation) nannten – war es durch Lautsprecher allen Bewohner_innen mitzuteilen, sie hĂ€tten 48 Stunden Zeit Phnom Penh zu rĂ€umen. Im Krieg war die Einwohnerzahl der Hauptstadt von 600.000 auf zwei Millionen angewachsen8, darunter viele FlĂŒchtlinge, Verletzte und VerstĂŒmmelte. Nun erzĂ€hlte man den EinwohnerInnen, es drohe ein Bombardement durch die US-Luftwaffe und die RĂ€umung dauere nur eine Woche9. Vom Kindergarten bis zur Intensivstation mussten sich die Bewohner der StĂ€dte – in den anderen StĂ€dten war es nicht wesentlich anders – zu Fuß auf den Weg machen und wurden, sofern sie den tage- und wochenlangen Fußmarsch mit wenig Nahrung, SchlĂ€gen, Vergewaltigungen und Exekutionen ĂŒberlebten, auf die Landkommunen verteilt. Pol Pot behauptete 1978, es habe keinen festgelegten Plan gegeben, sondern die RĂ€umung habe sich aus der damaligen Situation ergeben. Das ist unwahrscheinlich, da die Aktion nicht nur gut vorbereitet war, zumindest was die Austreibung der Bevölkerung betrifft, sondern die Roten Khmer bei zuvor eroberten StĂ€dten bereits Ă€hnlich verfahren waren. Pol Pot begrĂŒndete die RĂ€umung vor allem mit wirtschaftlichen Notwendigkeiten, die Bevölkerung zu ernĂ€hren und fĂŒr die Produktion zu nutzen. Dies ist aber nach heutigem Kenntnisstand vorgeschoben gewesen10. Als zweiten Aspekt erwĂ€hnte er die Gefahr eines US-imperialistisch inspirierten Aufstandes.11 Ieng Sary, ein fĂŒhrender ReprĂ€sentant der Roten Khmer, meinte, die StĂ€dte wĂ€ren aufgrund von Geld, Alkohol und Prostitution eine Gefahr fĂŒr die Kampfkraft der revolutionĂ€ren Truppen gewesen.12 Ein anderes, dĂŒsteres Licht wirft – so sie authentisch ist – eine Diskussionsnotiz aus der Zeit vor der MachtĂŒbernahme auf die ganze Aktion: „Die Frage der GegensĂ€tze zwischen Stadt und Landbevölkerung existiert nicht, weil die StĂ€dte alle auslĂ€ndischen Ursprungs sind, bewohnt von AuslĂ€ndern [
] die Bevölkerung der StĂ€dte ist also aus Rassenmischung mit diesen AuslĂ€ndern hervorgegangen; sie ist also nicht reinen Khmer-Ursprungs und kann ohne politische und psychologische Schwierigkeiten eliminiert werden“13. Dies entspricht dem realen Vorgehen der Roten Khmer.

 

8. Vor allem die brutale Zwangsumsiedlung der stĂ€dtischen Bevölkerung durch die Roten Khmer wird hĂ€ufig so interpretiert, sie hĂ€tten einen „kommunistisch-primitivistischen Bauernstaat“14, „eine Art Agrarkommunismus“15, oder kurz und bĂŒndig einen „Steinzeit-Kommunismus“16 aufbauen wollen, sie wĂ€ren von der romantischen Illusion besessen gewesen, „to turn back the clock to something pure and authentic“.17 Die hĂ€ufig zitierte Parole „Wenn wir Reis haben, haben wir alles“18 scheint genau dies zu besagen: Eine bornierte BeschrĂ€nkung auf landwirtschaftliche Produktion, v.a. auf das Produkt, von dem das Leben der Bewohner_innen Kambodschas abhing (und abhĂ€ngt); daraus, resultierend die Strategie, die StĂ€dte zu leeren und alle Leute aufs Land zu verfrachten.

 

9. Aber war es tatsĂ€chlich die reaktionĂ€re Utopie eines Bauern'kommunismus'? Es mag helfen, den Rest von dem Zitat zu hören: „Wenn wir Reis haben, haben wir alles; unser Volk kann sich satt essen und wir können ihn fĂŒr harte WĂ€hrung exportieren. Je mehr wir exportieren, umso besser können wir es uns leisten, technische GerĂ€te, Maschinen und andere Instrumente, die nötig zum Aufbau einer Industrie [
] und zur schnellen VerĂ€nderung der Landwirtschaft sind, zu kaufen.“19 Ein 'Steinzeitkommunismus' auf Devisenjagd also. Und klingt es eigentlich nach Bauernstaat, wenn Pol Pot 1977 erklĂ€rte: „Wir nehmen die Landwirtschaft als die Basis und benutzen die FrĂŒchte der Landwirtschaft um systematisch eine Industrie aufzubauen [
] Wir wollen das rĂŒckstĂ€ndige Agrarland Kampuchea schnell in ein industrialisiertes Kampuchea verwandeln, und dabei an den fundamentalen Prinzipien von UnabhĂ€ngigkeit, SouverĂ€nitĂ€t und EigenstĂ€ndigkeit festhalten“20?

 

10. Der 1976 beschlossene Vierjahresplan spricht genau dieselbe Sprache. Die KPK ging davon aus, dass Kambodscha von nirgendwo uneigennĂŒtzige Hilfe erwarten könne (womit die KPK ausnahmsweise sogar mal recht hatte), keine natĂŒrliche ReichtĂŒmer habe und seine Industrie auch nichts tauge, aber eine erfolgreiche Partei, ein arbeitsames Volk und eine deutlich verbesserbaren Reisanbau vorweisen könne. Und als stolze Nationalisten besannen sie sich auf genau diese Seiten ihres Landes. Also beschloss die Partei den Aufbau des Sozialismus und zwar dadurch, dass der Reisanbau intensiviert und ausgeweitet werden sollte, um die ÜberschĂŒsse zu exportieren und mit den Exporterlösen Industrieanlagen einzukaufen. Der Plan sah vor, in Zukunft drei Tonnen Reis pro Hektar zu ernten, in dem das ganze Land mit BewĂ€sserungsanlagen ĂŒberzogen wĂŒrde, die in Zukunft mindestens zwei, besser drei Ernten ermöglichen sollten. Diese BewĂ€sserungsanlagen zu bauen und Reis zu pflanzen, sollte nun die Aufgabe des ganzen Volkes sein. Wer da nicht mitmachen wollte oder konnte, gehörte nicht zum Volk. Und das war im „Demokratischen Kampuchea“ im Regelfall ein Todesurteil.

 

11. Reden wir ĂŒber Reis. Reis ist keine Wasserpflanze. Aber viele Sorten Reis gedeihen besser (auch wegen SchĂ€dlingen, Unkraut usw.), wenn die Felder unter Wasser stehen (Sumpfreis). In bergigen Regionen gibt es auch Trockenreis-Anbau; dieser ist aber deutlich unergiebiger. Die ErtrĂ€ge vieler Sorten können dadurch gesteigert werden, dass die Felder mehrfach unter Wasser gesetzt und wieder entwĂ€ssert werden21. DafĂŒr benötigt man ein ausgeklĂŒgeltes System von KanĂ€len, DĂ€mmen, Zu- und AbflĂŒssen. Die ProduktivitĂ€t des Reisanbaus in Kambodscha war 1975 relativ gering: 1970 – also vor Beginn des FlĂ€chenbombardements und der Ausweitung des BĂŒrgerkriegs – war der Durchschnittsertrag 1 (in Worten: eine) Tonne pro Hektar, zum Vergleich: 7,6 Tonnen pro Hektar in Australien, 3,3 Tonnen pro Hektar in der UdSSR.22 Der Vierjahresplan von Mitte/Ende 1976 sah vor, in normalen Reisfeldern 3 Tonnen pro Hektar, auf einigen besonders guten Feldern sogar 6 bis 7 Tonnen pro Hektar zu ernten.23

 

12. Könnte man den Plan, innerhalb von vier Jahren in einem durch Krieg zerstörten Land den landwirtschaftlichen Ertrag zu verdreifachen, „mutig“ nennen – und mutig heißt in Sachen planvolles Wirtschaften „klappt eher nicht“ –, so kann man die Methoden nur bescheuert nennen. Es lĂ€sst sich schon arg darĂŒber streiten, ob es eine kluge Idee ist, Krankenschwestern, Lehrer, Apotheker und Taxifahrer nur noch Schlamm schippen und Reis pflanzen zu lassen – aber dass in Notzeiten auch Leute bei Kram mithelfen, fĂŒr den sie nicht ausgebildet sind, ist ja durchaus eine denkbare Strategie. Mies und menschenfeindlich ist hingegen die Technik, Leute aus ihrer Wohnung zu vertreiben, nach Geschlechtern in Arbeitsbrigaden aufzuteilen und mit Gewalt und Drohung zur Arbeit unter mörderischen Arbeitsbedingungen zu treiben. Zudem war sie auch denkbar kontraproduktiv. Wer solche ArbeitskrĂ€fte dann noch ĂŒber Monate mit dĂŒnner Reissuppe – oder sogar noch schlimmer: mit ReishĂŒllensuppe – ernĂ€hrt, und das zum Teil nur einmal am Tag, gleichzeitig „zur BekĂ€mpfung kapitalistischer Tendenzen“ den privaten Anbau von Spinat, Kohl oder Tomaten bekĂ€mpft, wĂ€hrend Kader und Soldaten ordentliche Rationen bekommen24 und dann zusĂ€tzlich noch fortfĂ€hrt, „tausende Tonnen Reis zu exportieren, um Kapital fĂŒr die nationale Verteidigung und den Wiederaufbau zu akkumulieren“ (Pol Pot 1977)25 – wie soll man solche Leute eigentlich nennen? Arschlöcher? Schweinehunde? Verbrecher? Auf jeden Fall so: Nationalisten.26

 

13. Denn fĂŒr die Roten Khmer löste sich nicht nur alles auf der Welt nur noch in die Frage „Khmer oder Nicht-Khmer“ auf, mit der bitteren Konsequenz dass alle, die ihnen nicht passten, mal eben aus dem Volk ausbĂŒrgert wurden und dann ihres Lebens nicht mehr sicher waren. Sie brachten es zusĂ€tzlich noch fertig – sei es aus Angst vor auslĂ€ndischer Einmischung, sei es aus patriotischem Stolz – trotz eines grassierenden Versorgungsmangels und eines medizinischen Notstandes alle auslĂ€ndischen Hilfsorganisationen aus dem Land zu werfen. Und stolz klopften sie sich auf die Schulter, es ganz anders zu machen als die vietnamesischen, chinesischen, nordkoreanischen oder sowjetischen Kommunist_innen – und fanden es darum unter ihrer WĂŒrde, die staatssozialistischen Staaten um Hilfe zu bitten, auch wenn es ums bloße Überleben der Leute ging, die da plötzlich unter ihre Herrschaft geraten waren. FĂŒr solch brutal-fahrlĂ€ssige Behandlung von Leuten als bloßes Material staatlicher PlĂ€ne braucht mensch – das zeigt die Geschichte der kapitalistischen Nationalstaaten – keine ausgeprĂ€gte Stalin-LektĂŒre, die ganz ordinĂ€re Vorstellung, dass die Nation wichtiger als der Einzelne ist, reicht da völlig aus. Darum: In erster Linie waren die Roten Khmer Nationalisten.

 

14. HinzuzufĂŒgen wĂ€re zudem: Ein Haufen „Knallköpfe“. Denn der Aufbau eines Systems von DĂ€mmen und KanĂ€len erfordert durchaus ein bisschen Wissen darĂŒber, wie tief mensch solche KanĂ€le buddelt, wie DĂ€mme haltbar gemacht werden, wie mensch es hinkriegt, dass das Wasser dann – und nur dann – fließt, wenn es beabsichtigt ist usw. Gut wĂ€re es auch, wenn die KanĂ€le nicht so tief sind, dass das Wasser mĂŒhsam auf die Felder gepumpt werden mĂŒsste und durchaus hilfreich wĂ€re es auch, wenn die DĂ€mme z.B. stĂ€rkere RegenfĂ€lle aushalten wĂŒrden. Mensch ahnt es schon: Der Großteil der neugebauten oder wiederhergestellten BewĂ€sserungsanlagen war ein Griff ins Klo, sie waren z.T. ineffektiv, z.T. sinnlos, z.T. gingen sie bei ersten RegenfĂ€llen kaputt und begruben Reisfelder, manchmal aber auch Dörfer unter Schlammlawinen.27 Auch wenn nach drei Jahren schlimmster Misserfolge und einer z.T. dramatisch gesunkenen Reisproduktion dann – wohl eher durch Versuch und Irrtum, als durch systematische theoretische Überlegung – ein Teil der BewĂ€sserungsanlagen funktionierte, so war die ProduktivitĂ€t unterernĂ€hrter, ausgelaugter, traumatisierter und verzweifelter Menschen, die zudem unter völlig anderen Bedingungen arbeiten mussten als vorher, nicht im Mindesten so hoch, wie die Roten Khmer geplant hatten.

 

15. Khieu Samphan, ab 1977 Staatsoberhaupt des „Demokratischen Kampuchea“, soll erklĂ€rt haben: „Wer politisch denkt, wer das Regime begriffen hat, der kann alles, die Technik kommt spĂ€ter ... wir brauchen keine Ingenieure, um Reis anzubauen, Mais zu pflanzen oder Schweine zu zĂŒchten“28 Diese – maoistisch inspirierte – Überlegung ist erst mal ein Hirnriss allererster GĂŒte: Kluge politische Überlegungen sind sicherlich bei Technikentwicklung, Technikerprobung und Technikanwendung hilfreich29; es kommt ja auf einen politischen Zweck an, der damit verwirklicht werden soll. Nur: Damit ist Technik selbst keineswegs schon richtig verstanden. Und gerade wenn es um so direkte Auseinandersetzung mit der Natur wie Landwirtschaft geht, ist es erst mal wichtig, richtiges Wissen ĂŒber die Natur zu haben, wie und womit und mit welchen Auswirkungen mensch sie beeinflusst.

 

16. Und nur um MissverstĂ€ndnisse zu vermeiden: Es ist schon gut und richtig zu erkennen, dass die jeweils bestehenden VerhĂ€ltnisse verĂ€ndert werden können und dass hĂ€ufig auch Leuten, die unter solchen VerhĂ€ltnissen leiden, die Phantasie, fehlt sich vorzustellen, wie es anders gehen könnte. Fraglich, ob man wirklich Mut zum TrĂ€umen braucht, um Kraft zum KĂ€mpfen zu gewinnen – bislang haben uns unsere TrĂ€ume weder bei der Organisation unseres Sommercamps noch bei der Gestaltung unserer Webseite geholfen. Aber es ist schon eine wichtige Erkenntnis, dass man gegen das Sich-Abfinden mit der Welt agitieren muss und dass manche nötige VerĂ€nderungen und Verbesserungen auch schon mal einen kollektiven Kraftakt erfordern, von dem man Leute ĂŒberzeugen muss, weil auch manche_r, der/die was zu kritisieren hat, sich von der Macht der VerhĂ€ltnisse blenden lĂ€sst. Und ungefĂ€hr das ist der vernĂŒnftige Kern der Anarcho-SprĂŒche Ă  la „Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche“ usw. Wenn Anarchist_innen und Maoist_innen darauf beharren, dass sie politisch etwas wollen, was es momentan nicht gibt und dass ohne den Willen zur VerĂ€nderung sich daran auch nichts Ă€ndern wird, dann haben sie mit dieser – ein bisschen banalen – Einsicht erstmal recht. Und wirken da weitaus sympathischer als die Stalinist_innen, die ja bei jedem Dreck, den sie anrichten, immer die gute Ausrede vorweisen, dieses sei „historisch notwendig“, so und nicht anders. Wer will, mag den Maoisten und der KPK sogar zu gute halten, dass ohne ein gewisses starrköpfiges Festhalten am eigenen politischen Programm ganz unabhĂ€ngig von dessen konkreten Realisierungschancen sie nie und nimmer irgendwann in die Situation gekommen wĂ€ren, mal was zu verĂ€ndern. Nur: Das ist etwas ganz anderes, als dem stumpf-affirmativen Realismus, der sich nichts anderes vorstellen kann, weil er sich nichts anderes vorstellen will, einen Idealismus entgegenzusetzen, der die RealitĂ€t mal eben fĂŒr unerheblich erklĂ€rt und anstelle einer Analyse ein paar mehr oder minder zĂŒndende Mutmacherparolen setzt, die im Zweifelsfall eher zu einem Kirchentag – der Glaube versetzt Berge – als zum Aufbau einer richtig schicken Planwirtschaft passt. Produktivkraftentwicklung ist kein TĂŒdelĂŒ; ein Plan ohne Sicherheitsnetz ist Mist und utopisches Denken fĂŒhrt, wenn es sich nicht um Verwirklichungsbedingungen kĂŒmmert, tatsĂ€chlich in die Katastrophe. So geschah es – zusĂ€tzlich zu den direkt beabsichtigten BrutalitĂ€ten – auch im „Demokratischen Kampuchea“.

 

17. Diese offensichtlichen Probleme des „sozialistischen Aufbaus“ musste GrĂŒnde haben, und die Roten Khmer machten sich auch sogleich auf die Suche. An der Partei konnte es nicht liegen; die hatte ja die richtige Linie, und das Khmer-Volk, auf dessen gute Eigenschaften ein kambodschanischer Patriot ja nichts kommen lassen konnte, schied als Schuldiger auch aus. Also mussten ja wohl an allen Ecken und Enden VerrĂ€ter und Saboteure am Werke sein. GrundsĂ€tzlich verdĂ€chtig waren da die vietnamesische und die chinesische Minderheit, die in der alten Gesellschaft vor allem Handwerker und HĂ€ndler gewesen waren30; ebenso wie die muslimische Minderheit, die wegen ihres Glaubens und ihres Lebenserwerbs (Fischerei) in den Augen der KPK nicht zum traditionellen Khmer-Reisbauern-Volk dazugehörte. StĂ€dter waren selbstverstĂ€ndlich verdĂ€chtig, Privilegierte des alten System oder gar FlĂŒchtlinge vor den Roten Khmer-Truppen gewesen zu sein. Generell unterschieden die Roten Khmer zwischen den „old people“, die schon lĂ€nger unter ihrer Herrschaft ĂŒberlebt hatten, und darum vertrauenswĂŒrdiger waren, als die „new people“, die erst vor Kurzem unter ihre Fuchtel geraten waren. Und schließlich mussten sich auch in die KPK Diversanten und VerrĂ€ter geflĂŒchtet haben, denn ansonsten hĂ€tten ja die Saboteure nicht ihr schĂ€ndliches Werk verrichten können, ohne dass Angkar sie bemerkt hĂ€tte. Hatten die Roten Khmer zunĂ€chst v.a. AnhĂ€nger des alten Regimes, Soldaten der Lon Nol-Truppen und stĂ€dtische Intellektuelle umgebracht, und dann Exilanten, die irrtĂŒmlich gedacht hatten, nun sei der Krieg vorbei und sie könnten beim Aufbau des Demokratischen Kampuchea mit helfen, verlegten sich die Roten Khmer bald darauf, auch in ihren eigenen Reihen zu foltern und zu morden und jeden der Spionage zu verdĂ€chtigen.31 Gleichbleibend war der Terror auf dem Land gegen jeden, der nicht die geforderte Arbeitsleistung erbrachte, der sich aus Hunger an der Ernte oder Essensresten vergriff, oder es gar wagte, heimlich ein Tier zu schlachten. Kranke, Alte, Schwache, Verletzte, Behinderte usw. wurden als unnĂŒtze Esser im besten Fall sich selbst und damit hĂ€ufig dem Hungertod ĂŒberlassen, oder auch einfach umgebracht. Wer einen Witz ĂŒber Angkar machte, an einer Maßnahme Kritik ĂŒbte oder sich sonstwie dem Regime „feindlich“ zeigte, kam nur selten mit dem Leben davon. Aber auch wem ein Pflug kaputtging, wem ein BĂŒffel nicht gehorchte oder wer gar unerlaubte sexuelle Beziehungen unterhielt, konnte mindestens mit öffentlicher DemĂŒtigung, hĂ€ufig mit rigider Bestrafung, manchmal auch mit dem Tod rechnen. Es wird geschĂ€tzt, dass Kambodscha 1975 ca. 7,4 Millionen EinwohnerInnen hatte. 1979, als vietnamesische Truppen dem Spuk ein vorlĂ€ufiges Ende machten, betrug die Bevölkerung noch ca. 5,8 Millionen Menschen.32

 

18. Wie kann man den Terror und den massenhafte Umbringen von Leuten erklĂ€ren? HĂ€ufig wird der Gegensatz zwischen den GrĂ€ueltaten und dem angeblich sanftmĂŒtigen und freundlichen Nationalcharakter der Kambodschaner hervorgehoben. Aber diese rassistisch-idiotische Vorstellung eines homogenen Wesens einer Bevölkerung tĂ€uscht nationalistisch geschulte KĂŒchenpsychologen nicht ĂŒber die dunkle Seite der Khmer-Volksseele hinweg. Und selbst bei eingeschworenen Antikommunisten, fĂŒr die ja eigentlich Hegel und Marx unmittelbar fĂŒr die Killing Fields verantwortlich zu machen sind, darf der Nationalcharakter als ErklĂ€rungsmuster nicht fehlen: im Falle Kambodschas die „Tradition der Grausamkeit, die hinter dem sanften Antlitz Buddhas schlummert“. Das schöne Khmer-Wort „kum“ soll die ErklĂ€rung sein, die man sich am Besten von einem 'Eingeborenen' bestĂ€tigen lĂ€sst: „kum ist ein kambodschanisches Wort fĂŒr eine besondere kambodschanische MentalitĂ€t der Rache – genauer gesagt: ein lang anhaltender Groll, der irgendwann in einen Racheakt mĂŒndet, dessen Schaden viel grĂ¶ĂŸer ist als die ursprĂŒngliche Verletzung [
] Es ist eine Infektion, die sich in unserer Volksseele ausbreitet.“33 Soso. Verwunderlich, dass angesichts dieser Volksseeleninfektion heute ehemalige Rote Khmer und Rote Khmer-Gegner anerkanntermaßen in den höchsten RĂ€ngen des neuen kambodschanischen Königreichs zusammenarbeiten. Ob das kum wohl gerade Pause macht? Selbst wenn mensch annehmen wollte, dass es solche gesellschaftlich verankerten und durchgesetzten MentalitĂ€ten flĂ€chendeckend gĂ€be, wĂ€re ja zumindest die Frage angebracht, woher denn der Groll kam, den es ja tatsĂ€chlich und ziemlich unbestreitbar gab.

 

19. Die Terrorherrschaft der Roten Khmer war vermutlich unter anderem auch deswegen so brutal, weil hier der – von der Kolonialpolitik hinterlassene und den jeweiligen Eliten verwaltete – polit-ökonomische und soziale Konflikt zwischen armen Bauern und stĂ€dtischen Mittelklassen mit Gewalt ausgetragen wurde, der ja jĂŒngst auch in Thailand zu allerhand blutigen Gemetzeln gefĂŒhrt hat. Er konnte ausgetragen werden, weil die Roten Khmer in einem destabilisierten Land sich an die Spitze einer Bauernguerilla setzten und in einem imperialistisch geschaffenen Machtvakuum gewinnen konnten. Damit war eine Seite schlichtweg unterlegen, und zwar ausnahmsweise die, die bisher ihre Interessen immer noch etwas besser durchsetzen hatte können. Und er wurde so blutig ausgetragen, weil der Hass auf die StĂ€dter eine ganz gute Mobilisierungsideologie war fĂŒr die Strategie, sich fĂŒr den Aufbau eines unabhĂ€ngigen Kampucheas zunĂ€chst auf die Landwirtschaft zu konzentrieren – und zudem zu den faschistischen34 'Reinigungsphantasien' dieser rot lackierten Khmer-Nationalisten passte.

 

20. Was waren die Roten Khmer denn nun fĂŒr welche? Am einfachsten ist es natĂŒrlich, sie als wahnsinnige Verbrecher darzustellen, deren Theorie ein „morbides Konglomerat utopischer Ideen ... die sich schon gar nicht an den Erkenntnissen marxistischer Theorien orientierten"35 war – so zumindest wies mensch in der DDR jede Beziehung zwischen ML und Roten Khmer zurĂŒck. Das ist offensichtlich ungenĂŒgend. HĂ€ufig ist zu hören, die Roten Khmer wĂ€ren „Ultra-Maoisten“36, Leute, die eine „radikalen Maoismus“37 pflegten und sich in ihrer Politik vom „Großen Sprung nach vorn“ und der Kulturrevolution hĂ€tten inspirieren lassen38. Das ist nicht haltbar: Der große Sprung nach vorn sollte den Kommunismus in drei Jahren aufbauen, der Vier-Jahres-Plan der Roten Khmer ExportĂŒberschĂŒsse zum Einkauf von Waffen und Industrieanlagen einbringen. Das „Hauptquartier“ zu bombardieren, also regelmĂ€ĂŸig die eigene ParteibĂŒrokratie in Angst und Schrecken zu versetzen, davon hielt Angkar definitiv nichts. Die maoistische Theorie vom zunĂ€chst nötigen BĂŒndnis mit der nationalen Bourgeoisie wiesen die Roten Khmer sogar explizit zurĂŒck: „In Kambodscha gebe es keine nationale Bourgeoisie, alle Bourgeois sind AuslĂ€nder“39 Das enge BĂŒndnis mit China – das sich zu Zeiten der Roten Khmer ja lĂ€ngst auf dem Weg zur „sozialistischen Marktwirtschaft“ gemacht hatte – hatte nicht so viel mit den paar ideologischen Gemeinsamkeiten, sondern vor allem mit gemeinsamen Feinden zu tun: Der Sozialistischen Republik Vietnam, die bekanntlich ein VerbĂŒndeter der UdSSR war. Und auch von ihrem anderen VerbĂŒndeten Nordkorea ĂŒbernahmen die Roten Khmer ideologisch wenig. Weder hatten sie einen sonnengleichen FĂŒhrer – dass Pol Pot ihr Obermacker war, erfuhren die Kambodschaner erst 1977, andere behaupten sogar noch spĂ€ter- noch waren die Roten Khmer etwa auf die nordkoreanische Schwachsinnsidee verfallen, eine eigenstĂ€ndige Staatsideologie namens „Juche“ zu entwickeln – wesentlicher Inhalt: Volkseinheit ist besser als Klassenkampf – und damit den Marxismus-Leninismus „dialektisch weiterzuentwickeln“. Sicher waren die Roten Khmer stolz darauf, einen bislang nicht gekannten und gewagten, genuin kampucheanischen Weg zum Aufbau des Sozialismus zu beschreiten. Aber sie sie waren in vieler Hinsicht, bei allem Khmer-Nationalstolz, ganz orthodoxe Marxisten_Leninisten

 

21. Hat Pol Pot aber denn nicht „bis in die letzte Konsequenz“ „die sofortige und vollstĂ€ndige EinfĂŒhrung des Kommunismus ohne lange Übergangsperiode, die eigentlich zu den GrundsĂ€tzen des orthodoxen Marxismus-Leninismus“ gehöre40, versucht? Wollten die Roten Khmer „nach der Revolution eine kommunistische Gesellschaft ... errichten und das Stadium des Sozialismus einfach ... ĂŒberspringen“41, was ja zu einigen Überlegungen Anlass gĂ€be? Handelte es sich um „Kriegskommunismus“42? Und versprachen die Roten Khmer mit dem Vier-Jahres-Plan eine „blĂŒhende kommunistische Zukunft“ zu errichten?43 Auch wenn die Angkar sich nie offiziell auf den Marxismus-Leninismus berufen hat44, zeigen ihre theoretischen Dokumente sie als besonders dummbatzignationalistische und paranoide MLer. In den Dokumenten ist durchgĂ€ngig vom „Sozialismus“ und nicht etwa vom Kommunismus die Rede45 und der Politik ging es um AgrarĂŒberschĂŒsse und Devisenerlöse – so irre die Strategie dafĂŒr auch gewesen sein mag und wie irreal auch die weiteren Annahmen (z.B. ein konstanter Reispreis auf dem Weltmarkt).

 

22. Das sollte ĂŒbrigens nicht zu dem gegenteiligen Irrtum fĂŒhren, die Rote-Khmer-Herrschaft sei ein „Staatskapitalismus“ gewesen. Wohl nahmen die Roten Khmer mit ihren Zielen Bezug auf den Weltmarkt und hĂ€tten Kambodscha nur zu gern in einen landwirtschaftlichen Zulieferer des internationalen Kapitalismus verwandelt. Nur: Dazu kam es nie. Und anders als in der Sowjetunion wurde nicht mal versucht, Lohn, Preis und Profit zu Faktoren der Planung zu machen. Statt zu versuchen, ĂŒber Geld zu planen – was nicht Kapitalismus, aber schlechte Planwirtschaft bedeutete – , musste in Kampuchea der Reis abgeliefert werden. Einen „Binnenmarkt“, egal ob kapitalistischer oder staatssozialistischer Art gab es nicht; das bereits gedruckte Geld des „demokratischen Kampuchea“ wurde nicht als WĂ€hrung eingefĂŒhrt.

 

23. Linke wollten lange nicht glauben, dass im „Demokratischen Kampuchea“ ein derartig ĂŒbles Regime regierte. DafĂŒr gab es Anlass: “FĂ€lschungen und bewusste LĂŒgen, die nachgewiesen werden konnten, machten rare Quellen unglaubhaft“. So z.B. der Bericht eines französischen Arztes vom 30.4.1975 ĂŒber verschiedene GrĂ€ueltaten, die definitiv nicht stattgefunden hatten, angebliche Augenzeugenberichte gegen Dollars an der thailĂ€ndischen Grenze von Leuten, die zu der Zeit gar nicht in Kambodscha waren, gestellte Fotos, die der thailĂ€ndische Geheimdienst zur Wahlbeeinflussung produziert hatte oder das berĂŒhmteste Foto, das in der Welt mit der Unterschrift „Ein roter Khmer kauft am Tag der Befreiung mit der Pistole ein“ – in Wirklichkeit forderte er PlĂŒnderer auf, sofort aufzuhören46. Vor diesem Hintergrund mag die Haltung der westeuropĂ€ischen und nordamerikanischen Linken unerfreulich gewesen sein, aber sie war nicht unverstĂ€ndlich – angesichts der völligen Abschottung Kampucheas waren Informationen nur von Gegnern der Roten Khmern zu bekommen, die zum grĂ¶ĂŸten Teil eben nicht sonderlich seriös waren. Gruselig, aber eine wirklich vernachlĂ€ssigenswerte Minderheit sind da höchstens jene Linken, die auch spĂ€ter noch an den Roten Khmern festhielten. Was freilich die meisten moralisch empörten Antikommunisten ganz gerne verdrĂ€ngen, ist, dass nach der Vertreibung durch die vietnamesische Armee der freie Westen die Roten Khmer-Mörderbanden finanzierte und militĂ€risch unterstĂŒtzte – und ihnen damit ĂŒbrigens erlaubte, in den Grenzregionen zu Thailand ihre SchlĂ€chtereien fortzusetzen. „Mit Hilfstruppen darf man nicht zimperlich sein“: Dieses SchlĂ€chterwort von Franz-Josef Strauss hat der Westen in seinem Kampf gegen die UdSSR und Vietnam wahrlich beherzigt.

 

Aus der Wikipedia-Diskussion darĂŒber, ob die Roten Khmer maoistisch-nationalistisch oder maoistisch waren

http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Rote_Khmer#Zweifelhafte_.C3.84nderungen

„ich frage mich, wem damit gedient ist, die Tatsachen ĂŒber die Roten Khmer zu vertuschen, und diese als "nationalistisch" zu bezeichnen, obwohl deren Absichten, nĂ€mlich die Erschaffung eines kommunistischen Bauernstaates, Abschaffung der Religion, Abschaffung der Klassen etc., rein Kommunistischer Natur waren!!“

 

„Der Kommunismus sowie der Versuch der Verwirklichung kostete auf der Welt an die 100 Mio Opfer. Warum es so wichtig ist, dies zu verschweigen, ja sogar regelrecht eine Zensur darĂŒber zu legen, kann ich in keinster Weise nachvollziehen. Ich verlange ein bischen mehr Respekt vor den Toten! --Epikur 23:43, 24. Jul 2004 (CEST)

 

„aber Nationalismus ist nicht der Hauptgrund fĂŒr den Genozid und die Massenmorde. Die stehen nĂ€mlich hauptsĂ€chlich im Kontext der Umstrukturierung der Gesellschaft zum kommunistischen Bauernstaat sowie in der Abschaffung der Religion“

„Die historischen Fakten zeigen doch klar, wohin die leider noch legale kommunistische TagtrĂ€umerei fĂŒhrt: regelmĂ€ssig zu Massenmorden. In diesem Fall zur Ausrottung eines Viertels der Bevölkerung. Die kambodschanischen Marxstudenten, die in den 60ern in Paris diese Bewegung gegrĂŒndet haben, haben sich anfangs auch nur ĂŒber "Dialektik" unterhalten. (nicht signierter Beitrag von 78.51.109.209 (Diskussion | BeitrĂ€ge) 01:02, 27. Apr. 2009 (CEST))“

 

Literatur

Chandler, David P.: Pol Pot plans the Future – confidential leadership documents from Democratic Kampuchea. New Haven, Conn. 1988.

Jackson, Karl D. : Ideology of total Revolution. In: Jackson, Karl D. (Hg.): Cambodia 1975-1978. Rendezvous with Death. Princeton,J. 1989.

Lenin, Wladimir Iljitsch: Über das Selbstbestimmungsrecht der Nationen (1914). In: Lenin, W.I.: AusgewĂ€hlte Werke in sechs BĂ€nden. Frankfurt: VMB 1970 Bd. II.

Locard, Henri: Pol Pot's little Red Book – the Sayings of Angkar. Chiang Mai 2004.

Luxemburg, Rosa: Fragment ĂŒber Krieg, nationale Frage und Revolution.(1918) Rosa Luxemburg Gesammelte Werke. Berlin (DDR): Dietz 1972 Bd. 4.

Margolin, Jean-Louis: Kambodscha: Im Land der unfaßbaren Verbrechen. In: Courtois, StĂ©phane et al. : Das Schwarzbuch des Kommunismus. MĂŒnchen 1998

Schmidt, Klaus-JĂŒrgen: Leben im Reisfeld. Wuppertal 1984.

Sontheimer, Michael: Kambodscha – Land der sanften Mörder. Reinbek 1990.

ThĂŒrk, Harry: Der Reis und das Blut. Kambodscha unter Pol Pot. Berlin (DDR) 1990.

Twining, Charles h. : The Economy. In: Jackson, Karl D. (Hg.): Cambodia 1975-1978. Rendezvous with Death. Princeton,J. 1989.

1Radio Phnom Penh v. 21.02.1976, zit. n. Rousset, Pierre: Kambodscha – Fragen zur Revolution. In: INPREKOR, Informationsbulletin des Vereinigten Sekretariats der vierten Internationale v. 04.06. 1976. Zu den verschiedenen Varianten des Spruchs spĂ€ter mehr.

2Die Roten Khmer nannten nach ihrer MachtĂŒbernahme das Land „Kambodscha“ in Kampuchea um. Der Grund war wohl, dass das Wort Kambodscha als kolonialistische Bezeichnung galt. Heute heißt das Land wieder Kambodscha, wir benutzen darum diese Bezeichnung und reden ĂŒber „Kampuchea“ nur, wenn Kambodscha in der Zeit von 1975 bis 1979 gemeint ist.

3So nannte sich die politische Bewegung, der der Herr König vorstand.

4 Luxemburg: Fragment. RLGW Bd.4, S.369

5 "Jeder bĂŒrgerliche Nationa­lismus einer unterdrĂŒckten Nation hat einen allgemein demokratischen In­halt, der sich gegen die UnterdrĂŒckung richtet und diesen Inhalt un­terstĂŒtzen wir unbedingt." Lenin: Selbstbestimmungsrecht. LAW Bd. II, S. 414. Hervorh.i.O.

6Dass dabei locker irgendwelche Herrschaften mit den neu entstandenen Nationalstaaten identifiziert wurden, störte die Khmer-Nationalisten nicht. Wie auch! Ihnen galt ja ihr kampucheanisches Volk als der Erbe des großen Khmer-Volkes, also als ein biologisch oder kulturell bestimmter Volkszusammenhang.

7Sontheimer: Kambodscha, 22.

8Sontheimer: Kambodscha,31 .

9Siehe die entsprechenden Parolen in Locard: Pol Pot's Little Red Book.

10Twining: Economy, S. 115.

11Schmidt: Leben, 173.

12Sontheimer: Kambodscha, 31.

13Schmidt: Leben, 174, angeblich ein Diskussionsergebnis der Gruppe um Pol Pot vor der MachtĂŒbernahme, kein Beleg angegeben.

17Twining: Economy, S. 125.

18Margolin: Kambodscha,693; als Slogan liegt z.B. vor „Wer Reis hat, besitzt alles“, „Wer Reis hat, besitzt absolut alles“ (Locard: Pol Pot's little red Book, 238)

19Jackson: Ideology, 60.

20Twining: Economy, 110, eigene Übersetzung aus dem Englischen . Das letzte Wort in dem Satz kann auch als Autarkie ĂŒbersetzt werden. Im Text wurde der Landesname „Cambodia“ benutzt, es ist aber unwahrscheinlich, das er diesen Ausdruck benutzt hat. Darum wurde der Landesname mit Kampuchea ĂŒbersetzt. Es ist kein Beleg angegeben.

21Brockhaus 1970, → Reis.

22Brockhaus 1970, → Reis, → Kambodscha

23„The Part‘s Four Year Plan to Build Socialism in all Fields. Abgedruckt in Chandler: Pol Pot plans the future, S.51 Vermutlich sollten die einschrĂ€nkenden Bemerkungen, man habe nicht alles verfĂŒgbare Land gezĂ€hlt, der KPK irgendwie das GefĂŒhl geben nicht grundlos optimistisch zu sein.

24Twining: Economy, 116.

25Twining: Economy, 148.

26„If there was a key phrase used in lectures give the people from 1975 until the collapse of Democratic Kampuchea , it was 'national independence'“.Twining: Economy, 116.

27Margolin: Kambodscha, 667, vgl. auch Twining: Economy, 130.

28zit. n. Margolin: Kambodscha, 694.

29Wie das? Kluge politische Überlegungen wĂŒrden z.B.  dafĂŒr sorgen, dass möglichst rasch gefĂ€hrliche oder unangenehme Arbeiten mechanisiert werden, wo dies möglich ist, aber auch z.B. dabei  helfen Maschinen so zu entwickeln, dass sie nicht nur produktiv sind,sondern auch. die Arbeiter_innen nicht kaputt und fertig machen oder keine doofen Effekte fĂŒr die Umgebung haben (sei es LĂ€rm, sei es Gift, sei es wasauchimmer). Bei der Technikerprobung kĂ€me es z.B. darauf an, auf solche Effekte zu achten,bei der -anwendung im Zweifelsfall nachzubessern, sofern dergleichen doch auftritt. 

30Daran ist nichts ungewöhnliches. In vielen vorkapitalistischen Gesellschaften werden Bereiche außerhalb von Landwirtschaft und traditionellem Herrschaftsapparat Gruppen zugewiesen, die aus diesen oder jenen GrĂŒnden keinen Platz in der traditionelle Gesellschaft hatten, nicht selten Zugewanderten oder Andersreligiösen. Da die SphĂ€re des Handels bei beginnender kapitalistischer Entwicklung objektiv eine zerstörerische Rolle fĂŒr die traditionelle Produktion spielt, werden diesen Gruppen hĂ€ufig die Verantwortung fĂŒr die Ekligkeiten kapitalistischer Modernisierung (und kolonialer Politik) zugeschoben. Kommt noch eine Kolonialmacht dazu, die Unterschiede mehr oder minder geschickt nutzt, verschiedene Gruppen der Kolonialisierten gegeneinander aufzuhetzen, braucht sich niemand zu wundern, dass manche „nationale Befreiung“ ein paar zĂŒnftige Pogrome gegen diese Minderheiten mit sich brachte.

31Sontheimer: Kambodscha, 43.

32Twining: Economy, 150. Andere Zahlen, die 3 Millionen Opfer nahelegen, waren vermutlich vietnamesische Propaganda.

33Zit. n. Sontheimer: Kambodscha, 65/66.

34Das Wort „faschistisch“ soll hier nicht Totalitarismus-mĂ€ĂŸig missverstanden werden. Staatssozialistische und faschistische Regimes haben eine Reihe von grundlegenden Unterschiede, von denen zu abstrahieren, einfach KĂ€se ist und endgĂŒltig nichts mehr erklĂ€rt. Allerdings muss mensch auch zugeben, dass bei den chinesischen, nordkoreanischen und kampucheanischen Varianten des Staatssozialismus sich aufgrund des dortigen radikalen Nationalismus die Ähnlichkeiten mit den ĂŒblichen Faschistereien in bĂŒrgerlichen Nationalstaaten mehren, wĂ€hrend irgendwelche Vorstellungen einer emanzipatorischen GesellschaftsverĂ€nderung kaum noch zu entdecken sind. Einer der Slogans in den Massenversammlungen soll so gelautet haben: „Wir mĂŒssen alle, die sich einbilden, krank zu sein, auslöschen und sie aus der Gesellschaft entfernen“ (zit. n. Locard: Pl Pots little red book)

35ThĂŒrk: Reis, 10.

36SĂŒddeutsche Zeitung v. 26.7.2010.

38Twining: Economy, S. 111.

39Schmidt: Leben, 174.

40Margolin: Kambodscha, 643.

41Sontheimer: Kambodscha, 87.

42Margolin: Kambodscha, 692.

44Margolin: Kambodscha, 692.

45FĂŒr beide Begriffe gibt es unterschiedliche Wörter in der Khmer-Sprache, so dass es sich auch nicht um Übersetzungsfehler oder -probleme handeln dĂŒrfte.

46Schmidt: Leben, 156/157.