29.05.2026 PDF

Wozu dient das kommende Gemetzel?

– Antworten der neuen britischen Nationalen Sicherheitsstrategie auf diese Frage

„Ein Blick auf die Welt von heute zeigt, dass die Sicherheitsherausforderungen, denen wir gegenüberstehen, nichts weniger als nationale Einheit erfordern. Daher reicht es nicht länger aus, Risiken lediglich zu verwalten oder auf neue Umstände zu reagieren. Wir müssen nun alle Teile der Gesellschaft für eine kollektive nationale Kraftanstrengung mobilisieren.” — Keir Starmer, Vorwort des Premierministers zur Nationale Sicherheitsstrategie 2025: Sicherheit für das britische Volk in einer gefährlichen Welt (NSS), S. 51

Mit diesen Worten drückt der Premierminister die Ambition der Regierung Seiner Majestät aus, eine totale Mobilisierung2 der Gesellschaft3 hin zur Kriegsbereitschaft zu vollziehen. Wenn ein Politiker nationale Einheit von denen fordert, die er regiert, ist dies die Ankündigung, dass die verschiedenen privaten Interessen dieser Leute – als „arbeitende Menschen” (NSS, S. 5), als Arbeitgeber, als Vermieter, als Empfänger von Sozialleistungen, als Steuerzahler usw. – sich dem Projekt der Nation, wie es von der Regierung definiert wird, auf eine neue Weise unterordnen müssen. Kurzum, Keir Starmer kündigt der Öffentlichkeit an, was auf sie zukommen wird: Opfer für die Kriegstüchtigkeit.4 Die Nationale Sicherheitsstrategie 2025 (NSS), in der er das obige Zitat als Vorwort enthalten ist, erklärt, warum.

Das Dokument fängt so an:

„Nationale Sicherheit ist die vorrangige Verantwortung der Regierung und bildet – zusammen mit sicheren Grenzen und einer stabilen Wirtschaft – die Grundlage für unseren Wohlstand und unsere Lebensweise. Das bedeutet, das britische Volk zu schützen, britische Interessen zu fördern und das Land langfristig stärker, souveräner und wettbewerbsfähiger zu machen.“ – Einleitung, NSS, S. 85

Die NSS steigt mit einem Programm ein6: Die erste Pflicht des Staates ist er selbst; denn nationale Sicherheit ist „die Sicherheit und Verteidigung eines souveränen Staates, einschließlich seiner Bürger, Wirtschaft und Institutionen”, wie es die englische Wikipedia-Seite zusammenfasst.7

Das Bekenntnis des Staates zu sich selbst ist nicht ganz so selbstreferentiell wie das klingt – das Zitat gibt einen Grund dafür an –, aber es lohnt sich genauer hinzusehen, was als höchste Pflicht des Staates identifiziert wird und was nicht. Es ist weder die Kriminalitätsbekämpfung noch der Schutz des Eigentums. Es ist weder Demokratie oder Rechtsstaatlichkeit, noch sind es die britischen Werte. Es ist nicht der Wohlstand, die Freiheit,die Sicherheit der Einwohner oder die Sicherheit der Bürger des Landes.

Diese Ziele sind zwar für den britischen Staat von zentraler Bedeutung, und er ist entschlossen, sie zu verfolgen. In der NSS wird jedoch deutlich gemacht, wie die Prioritäten geordnet sind: Die britische Wirtschaft – „Wohlstand” – und selbst das einfache Funktionieren der Gesellschaft mit ihren Abläufen und Sitten, die Art und Weise, wie Leute so leben – Normalität oder „Lebensweise” – beruhen auf der Souveränität des Staates; sie können ohne ihn nicht existieren.8

Die Logik der NSS besagt, dass, da die Macht des britischen Staates die unabdingbare Voraussetzung für die britische Gesellschaft ist, jeder Zweck in dieser Gesellschaft dem Schutz dieser Macht untergeordnet ist.9 Dies ist eine Zweck-Mittel-Umkehrung seitens des Staates relativ zu den Friedenszeiten. Hier gilt ja ansonsten, dass der Staat sich mit seinen Rechtsstaats- und Staatshaushaltsprinzipien darauf verpflichtet, dass seine Gewalt nur dem Eigentum an sich oder dem freien Bürger dienen soll. Der Staat will nicht sich durch seine überlegene Gewalt an der Gesellschaft bereichern – wie etwa frühere Könige –, sondern die privaten Bürger sollen in der gesellschaftlichen Konkurrenz, die der Staat ganz selbstlos betreut, was für sich rausholen. Der demokratische Staat versteht sich als Mittel oder Dienst für etwas von ihm Getrenntes, eben die Gesellschaft der freien Bürger. In der NSS wird jetzt ein Standpunktwechsel angekündigt: Das Mittel (der Staat) ordnet sich seinen Daseinszweck (die Gesellschaft) unter – und das ist kein belangloses logisches Detail, sondern Kern der Strategie und der Logik von Staaten im Krieg. Der zentrale Zweck der NSS besteht darin, „alle Teile der Gesellschaft“ auf ein Massenschlachten vorzubereiten, unter Einbeziehung des gesamten Arsenals des britischen Staates, einschließlich, aber nicht beschränkt auf Massenvernichtungswaffen.10 Die NSS schließt „kalkuliertes Risiko” (NSS, S. 10) bewusst ein. Sie besteht darauf, dass Russlands „nukleare Rhetorik“ (d. h. Drohungen mit dem Einsatz von Atomwaffen gegen das Vereinigte Königreich und seine Verbündeten) „unsere“ Entscheidungsfindung nicht „einschränken” soll (NSS, S. 16), und stolz kündigt sie an: „die größte nachhaltige Investition in unsere Verteidigung seit dem Kalten Krieg” (NSS, S. 5). Sie stellt sich Russland und anderen Gegnern entgegen und rechnet dabei mit dem Risiko eines Atomkriegs – sollte es dazu kommen, wäre dies zweifellos das Ende der britischen „Lebensweise“.

In dieser Strategie und ihren Kriegsplänen stellt der britische Staat klar, dass alles und jeder – „jedes Element der Gesellschaft” – für den britischen Staat geopfert werden darf. Die Logik des Krieges, die in diesen Kriegsplänen deutlich zum Ausdruck kommt, lautet: erst der Staat, dann eure „Lebensweise” und euer „Wohlstand”.

Für die meisten Kommentatoren ist dies gesunder Menschenverstand, und kein Anlass, sich zu fragen, warum diese Gesellschaft so verzweifelt eine Herrschaft benötigt, dass es als selbstverständlich gilt, eine große Zahl ihrer Mitglieder leiden zu lassen und ins nächste Massenschlachten zu schicken, um diese Autorität zu schützen.

Ein Einwand gegen die hier im Text gemachte Analyse könnte lauten, dass der zweite Satz im obigen Zitat mit „zum Schutz des britischen Volkes“ fortfährt. Mit dem „britischen Volk“ sind jedoch nicht „die in Großbritannien lebenden Menschen“ oder „britische Staatsbürger“ gemeint. Das Volk ist eine Abstraktion von den verschiedenen tatsächlichen Menschen mit ihren vielfältigen und gegensätzlichen Präferenzen, Überzeugungen und Interessen, die im Vereinigten Königreich leben.11

In dieser Hinsicht ist das „britische Volk” eine Sache für sich, getrennt von den tatsächlichen Leuten in Großbritannien; eine Sache die als Einheit den vielen empirischen Existenzen gegenübergestellt wird. Indem die NSS sich dem Schutz des britischen Volkes verschreibt, setzt sie dabei die tatsächlichen Leute, die zufällig Briten sind, einem existentiellen Risiko aus. Dies ist die Logik von Staaten im Krieg: Für das Vaterland, sein Land und sein Volk werden ganze Regionen und Generationen geopfert.12

Die NSS formuliert dann ein ehrgeiziges Projekt: Nationale Sicherheit ist nicht nur der Schutz des Heimatlandes, sondern ein expansives Programm zur „Förderung britischer Interessen” in der Welt (siehe Zitat oben, NSS, S. 8). Zwar bereitet sich die NSS auch auf „die Möglichkeit vor, dass das britische Staatsgebiet einer direkten Bedrohung ausgesetzt sein könnte, möglicherweise in einem Kriegsszenario“ (NSS, S. 16), doch die Ambitionen sind weitaus größer, nämlich dass Großbritannien eine Weltmacht ist, die Respekt verdient: „ein Platz am Tisch der globalen Entscheidungsträger“ (NSS, S. 10). Das vitale Interesse, das Großbritannien in der Welt schützt, ist seine Macht, der Welt Bedingungen zu diktieren.13

Die NSS erläutert auf S. 8 weiter, welche Qualitäten das Vereinigte Königreich für dieses Ziel braucht: „stärker, souveräner und wettbewerbsfähiger“ zu sein. Mit „souveräner“ spricht die NSS die verschiedenen Abhängigkeiten an, in denen sich der britische Staat aufgrund seiner Integration in den Weltmarkt und der (militärischen) Bündnisse, denen er angehört, befindet. Um der Welt Bedingungen diktieren zu können, um andere Mächte dem eigenen Willen zu unterwerfen, müssen diese Abhängigkeiten von Lasten in Instrumente verwandelt werden, um Zugeständnisse zu erzwingen: „Das bedeutet, unsere Abhängigkeit von anderen zu verringern, einschließlich der Fähigkeit von Gegnern, uns zu erpressen oder zu manipulieren. Es ermöglicht uns aber auch, unseren Wert für Verbündete zu steigern und unsere Verhandlungsposition zu stärken, wenn wir Geschäfte mit denen tätigen, die über Ressourcen souverän verfügen, zu denen wir Zugang suchen.“ (NSS, S. 42)14

Die NSS spricht von einem Szenario „verschärften Wettbewerbs um Ressourcen, militärischer Modernisierung, technologischer Konkurrenz, wirtschaftlicher Nötigung und zunehmenden hybriden Bedrohungen“ (NSS, S. 14)15, wenn sie ihre Gegner bespricht. Sie verweist auf das Ziel, „unsere Wettbewerbsfähigkeit und unsere souveränen Stärken zu erhöhen – in entscheidenden Bereichen wie Wissenschaft und Spitzentechnologie“ (NSS, S. 10)16 und schreibt von „einem Schwerpunkt auf größerer militärischer Durchschlagskraft, Kriegsbereitschaft, umfangreicheren Munitionsvorräten sowie Innovation und Einführung neuer Technologien“ (NSS, S. 12)17, wenn sie von sich selbst, also dem Vereinigten Königreich, spricht. Mit anderen Worten: Der britische Staat sieht sich mit Kreaturen konfrontiert, die ihm selbst gleichen – Staaten, die entschlossen sind, anderen Staaten ihren Willen aufzuzwingen, und bereit sind, dafür das massenhafte Verrecken in Kauf zu nehmen – und die beabsichtigen, dank eigener Eskalationsbereitschaft, siegreich zu sein, genau wie jede andere Macht auf der Welt.

Der Großteil des NSS legt dann ein gesamtgesellschaftliches Kriegsprogramm dar, das in Eckpfeilern gegliedert aufgeschrieben ist:

Eckpfeiler 1

Zuerst das eigene Land sichern, um Handlungsspielraum zu haben, wenn man unweigerlich Gegner im Ausland provoziert.18

Eckpfeiler 2

Diesen Handlungsspielraum nutzen, um weltweit Stärke zu demonstrieren – in Afrika, im Pazifik, im Nahen Osten und in den Polarregionen.19

Eckpfeiler 3

Aufbau einer nationalen Basis, die es dem Vereinigten Königreich ermöglicht, seine Konkurrenten wirtschaftlich und militärisch zu übertrumpfen.20

Der Premierminister21 und die Nationale Sicherheitsstrategie 2025 betonen nachdrücklich, dass all diese Vorbereitungen auf Tod und Zerstörung im Dienste der „arbeitenden Bevölkerung“ stehen, die aufgefordert wird, „zu dienen“:

„[Nationale Interessen] werden definiert als die langfristige Sicherheit sowie das soziale und wirtschaftliche Wohlergehen des britischen Volkes.“ – Einleitung, NSS, S. 922

Der britische Staat misst das soziale und wirtschaftliche Wohlergehen seiner Bevölkerung am Bruttoinlandsprodukt (BIP). Das BIP summiert – mit einigen statistischen Kniffen – den gesamten neu geschaffenen Reichtum in einer Gesellschaft.23 Das Kuriose an dieser Messgröße ist, dass sie den gesamten Reichtum der Gesellschaft zusammenrechnet, obwohl dieser nicht als Gemeineigentum, sondern als Privateigentum vorliegt.24 So etwas wie „unseren Reichtum“ gibt es nicht; manche Leute besitzen viel davon, andere kommen gerade so über die Runden, indem sie für diejenigen arbeiten, die genug Geld besitzen, um sie zu beschäftigen und so ihren eigenen Reichtum zu vermehren. Deshalb spricht die Regierung ihre Bürger als „arbeitende Bevölkerung“ an: Was zählt, ist, dass die große Mehrheit unermüdlich arbeitet, um das „Wirtschaftswachstum“ zu erzeugen, das die Regierung dann in ihren Statistiken als unseren „Wohlstand“ zusammenzählt. Die Armut, die dieses Wirtschaftswachstum hervorbringt, ist so gravierend, dass der britische Staat mehr als die Hälfte seines Budgets für den „Sozialstaat“ ausgibt, damit die arbeitenden und arbeitslosen Armen noch irgendwie über die Runden kommen.25

Das Einzige, was die Nationale Sicherheitsstrategie 2025 diesen armen Teufeln zu bieten hat, ist „wirtschaftliche Sicherheit” (NSS, S. 6), also die Beständigkeit ihres Status als Diener für den Reichtum anderer. In Friedenszeiten werden sie gebeten, dafür zu arbeiten; in Kriegszeiten werden sie aufgefordert, für den Staat zu sterben, der diese Verhältnisse schützt.

 

Dieser Text ist eine freie Übersetzung des Textes „What the coming slaughter is for“ von der Gruppe Critisticuffs.

 

1 Im Original: “One look at the world today shows the security challenges we face demand nothing less than national unity. Therefore, it is no longer enough merely to manage risks or react to new circumstances. We must also now mobilise every element of society towards a collective national effort.”

2 „Genau wie in der Ära des Ersten und Zweiten Weltkriegs werden diejenigen Nationen, die in der Lage sein werden, ihre produktiven Kräfte zu nutzen – und alle ihre Ressourcen für strategische Ziele zu mobilisieren –, eine vergleichsweise vorteilhafte Position einnehmen.” (NSS, S. 17) Im Original: “Just like in the era of the First and Second World Wars, in the next decade those nations that are able to harness productive power – and mobilise all their assets towards strategic objectives – will end up in a position of comparative advantage.”

3 „Die britische Verteidigungsindustrie wird neu definiert und umfasst künftig auch Hochschulen, zivil-militärische Unternehmen mit Dual-Use-Produkten, Finanzdienstleister, Technologen und Gewerkschaften.” (NSS, S. 42) Im Original: “The UK defence industrial base will be redefined to include academia, dual‑use civilian‑military companies, financial services, technologists and trade unions.”

4 „Die kommenden Monate und Jahre werden schwierige Kompromisse und Abwägungen bei der Ressourcenallokation und Priorisierung, kurzfristigen und langfristigen Zielen sowie möglicherweise bei Werten und Interessen mit sich bringen.” (NSS, S. 9) Im Original: “The months and years ahead will see difficult compromises and trade‑offs on resource allocation and prioritisation, short‑term and long‑term goals and, potentially, values and interests.”

5 Im Original: “National security is the first responsibility of government and the foundation for our prosperity and way of life, along with secure borders and a stable economy. It means protecting the British people, promoting British interests and making the country stronger, more sovereign and more competitive in the long‑term.”

6 Ähnlich: „Nationale Sicherheit ist die erste Verantwortung jeder Regierung, das ändert sich nie.“ (Keir Starmer, NSS, S. 4) „Meine oberste Pflicht als Premierministerin ist es, für die Sicherheit des britischen Volkes zu sorgen.“ (Keir Starmer, Strategic Defence Review, 2025) „In dieser Regierung dreht sich alles um Sicherheit.” (David Cameron, Rede des Ministerpräsidenten zum Thema Lebenschancen, 11. Januar 2016) Im Original: “National Security is the first responsibility of any government, that never changes.” (Keir Starmer) “My first duty as Prime Minister is to keep the British people safe.” (Keir Starmer) “This government is all about security.” (David Cameron)

8 Die NSS identifiziert zwei weitere Grundlagen: eine stabile Wirtschaft und sichere Grenzen. Der Rest des Dokuments behandelt jedoch sichere Grenzen als Unterabteilung der nationalen Sicherheit: „Zur Unterstützung dieses neuen Ansatzes (für die nationale Sicherheit) werden wir: Unser rechtliches und polizeiliches Instrumentarium erweitern, um sicherzustellen, dass das Vereinigte Königreich ein schwereres Ziel für feindlich gesinnte staatliche und nichtstaatliche Akteure wird, einschließlich krimineller Banden, die an illegaler Migration beteiligt sind.” (NSS, S. 11) Die britische Regierung bespricht, wie auch die US-Administration, die irreguläre Einwanderung in einem Atemzug mit Atomwaffen: als eine ausländische Bedrohung, die die Souveränität untergräbt. Dies darf nicht als bloße Anbiederung an die rassistische Wählerschaft abgetan werden, sondern muss als politisches Bekenntnis verstanden werden, Leute, die sich im Vereinigten Königreich niederlassen wollen, als ausländische Bedrohung zu behandeln, was dann bis zu einer militärischen Reaktion eskalieren kann.

9 „Ohne Sicherheit und Widerstandsfähigkeit im Inland können wir kein Wirtschaftswachstum liefern oder eine der anderen Regierungsaufgaben erfüllen, um das Leben des britischen Volkes zu verbessern.” (NSS, S. 21) Im Original: “Without security and resilience at home, we cannot deliver economic growth or any of the other government missions to improve the lives of the British people.”

10 „Die Armee befindet sich im Wandel von einer Streitmacht, wie sie für die Einsätze der Zeit nach dem Kalten Krieg erforderlich war, hin zu einer Streitmacht, die bereit ist, ihren Teil zur NATO-Strategie ‚deterrence by denial‘ beizutragen, was eine höhere Durchschlagskraft, größere Truppenstärke und mehr Ausdauer erfordert.“ (Strategic Defence Review 2025 (SDR), S. 108) Im Original: “The Army is in transition from the force required for the interventions of the post‑Cold War era to a force ready to play its part in NATO’s ‘deterrence by denial’, requiring greater lethality, mass, and endurance.”

‚deterrence by denial‘ ist schlecht wörtlich ins deutsche zu übersetzen. Am ehesten kommt die Übersetzung „Abschreckung durch Verweigerung von Erfolgsaussichtenin Frage. Es heißt sinngemäß: dem Gegner durch größere Truppenpräsenz und die Vorausstationierung von schwerem Gerät und Munition verdeutlichen, dass ein Angriff scheitern würde.

11 Siehe auch den englischsprachigen Text „Since you mentioned“ us – Nationalism by example of Scottish independence.

13 „Der zweite Eckpfeiler der NSS 2025 besteht darin, durch Nutzung (und Kombination) aller Hebel staatlicher und nationaler Macht – einschließlich Verteidigung, Diplomatie, Handel, Nachrichtendienste, Strafverfolgung, Wissenschaft, Technologie, Bildung und unserer kulturelle Ausstrahlung – Stärke im Ausland zu erreichen.” (NSS, S. 17) Im Original: “The second pillar of NSS 2025 is to achieve strength abroad by using (and combining) all the levers of state and national power including defence, diplomacy, trade, intelligence, law enforcement, science, technology, education and our cultural reach.”

14 Im Original: “This means reducing our dependence on others, including the ability of adversaries to coerce or manipulate us. But it also allows us to increase our value to allies and to strengthen our hand when we transact business with those who have sovereign assets that we seek access to.”

15 Im Original: “fiercer competition for resources, military modernisation, technological competition, economic coercion, increased hybrid threats”.

16 Im Original: “increase our competitiveness and sovereign strengths – in crucial areas like science and frontier technology”.

17 Im Original: “an emphasis on greater lethality, warfighting readiness, deeper stockpiles of munitions and innovation in, and adoption of, new technologies”.

18 Siehe auch: „Erfüllung der Verpflichtungen im Bereich Zivilschutz und Resilienzplanung gemäß Artikel III des NATO-Gründungsvertrags, um die Abschreckung zu stärken und die Fähigkeit des Vereinigten Königreichs zur Machtprojektion für die Unterstützung der NATO im euro-atlantischen Raum und darüber hinaus sicherzustellen.“ (SDR, S. 38) Im Original: “Meet civil defence and resilience planning obligations under Article III of the NATO founding treaty to strengthen deterrence and assure the UK’s ability to project power in support of NATO in the Euro-Atlantic and beyond.”

19 „Die harten Realitäten unserer geografischen Lage, unserer Sicherheit und unseres Handels erfordern eine Priorisierung des euro-atlantischen Raums als Teil unseres ‚NATO first‘-Ansatzes. Doch die Tatsache, dass Länder wie Russland, China, Iran und Nordkorea über verschiedene Schauplätze hinweg zusammenarbeiten – mal opportunistisch, mal durch die Vertiefung strategischer Bindungen – verdeutlicht die Verflechtung des euro-atlantischen Raums mit anderen Regionen wie dem Nahen Osten und dem Indopazifik, wo wir bereits starke Partnerschaften unterhalten. Wie im SDR festgestellt wird, sind dies nach dem euro-atlantischen Raum die beiden weiteren vorrangigen Regionen für die Verteidigung des Vereinigten Königreichs. Darüber hinaus bedeutet die zerstreute und diffuse Natur der internationalen Machtverhältnisse in der heutigen Welt, dass es im unmittelbaren nationalen Interesse liegt, über unsere unmittelbare Nachbarschaft hinauszuschauen.“ (NSS, S. 35)

Im Original: “The hard realities of our geography, security and trade necessitate a prioritisation of the Euro‑Atlantic area as part of our ‘NATO first’ approach. But evidence of countries like Russia, China, Iran and North Korea cooperating across theatres – sometimes opportunistically and sometimes by deepening strategic ties – demonstrates the interconnectedness of the Euro‑Atlantic with different theatres like the Middle East and Indo‑Pacific, where we already have strong partnerships. As the SDR notes, after the Euro‑Atlantic, these are the two additional priority regions for UK defence. Furthermore, the dispersed and diffuse nature of international power in today’s world means that it is a matter of hard national interest that we look beyond our immediate neighbourhood.” (NSS, p.35)

20 Jeder Aspekt der britischen Gesellschaft wird unter diesem Gesichtspunkt beleuchtet: „Die britische Kunst, Kultur, Bildung sowie Wissenschaft und technologische Sektoren stellen bedeutsame Quellen für Soft Power dar. Diese Stärken helfen uns, international einen positiven Ruf zu pflegen, Vertrauen aufzubauen und Partnerschaften zu schaffen, die die internationale Stabilität fördern. Da andere Länder ihre Soft-Power-Aktivitäten ausbauen, dürfen wir uns nicht auf unseren traditionellen Stärken ausruhen. Unser neuer Soft-Power-Rat wird die Regierung beraten, wie wir unsere Soft-Power-Ressourcen strategischer und zur Unterstützung unserer sicherheits- und außenpolitischen Ziele einsetzen können.“ (NSS, S.45)

Im Original: “Every aspect of British society is examined in this light: “The UK’s arts, culture, education and science and technology sectors provide a significant source of soft power. These assets help us foster a positive reputation internationally, build trust, and create partnerships which support international stability. As other countries develop their soft power activity, we cannot be complacent about our traditional strengths. Our new Soft Power Council will advise government on how to focus our soft power assets more strategically and in support of our security and foreign policy objectives.”

21 „Die Außenpolitik sollte direkt auf die Anliegen der arbeitenden Bevölkerung eingehen“ (NSS, S. 5)

22 Im Original: “[National Interests] will be defined as the long‑term security and social and economic wellbeing of the British people.”

24 Dies ist auch der NSS nicht entgangen: „Innovation wird durch den Zufluss von Risikokapital, Private-Equity-Kapital und institutionellen Investments (über die demokratische Staaten weniger Kontrolle haben als autoritäre Regime) vorangetrieben“ (NSS, S. 15). Im Original: “Innovation will be fuelled by flows of venture capital, private equity and institutional investments (over which democratic states have less control than authoritarian regimes)”